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Nicht gut genug? Was hinter einem geringen Selbstwert steckt

17. Juli
3 Min. Lesezeit

Kennst du dieses Gefühl?

Du vergleichst dich mit anderen und hast das Gefühl, nie ganz mithalten zu können.

Du fragst andere nach ihrer Meinung, obwohl deine Entscheidung eigentlich längst feststeht.

Du entschuldigst dich für Dinge, für die du dich gar nicht entschuldigen müsstest.

Ein Kompliment kannst du nur schwer annehmen. Kritik hingegen beschäftigt dich oft noch Tage später.

Vielleicht gibst du in Beziehungen mehr, als dir guttut, weil du Angst hast, jemanden zu enttäuschen oder zu verlieren.

Nach außen wirkst du stark und funktionierst. Doch innerlich taucht immer wieder dieselbe Frage auf:

„Bin ich eigentlich gut genug?“

Wenn dir diese Gedanken bekannt vorkommen, bist du damit nicht allein.

Viele Menschen kämpfen mit Selbstzweifeln und einem geringen Selbstwert, oft ohne genau zu wissen, warum.

Dabei ist eines besonders wichtig zu verstehen:

Mit dir ist nicht grundsätzlich etwas falsch. Ein geringer Selbstwert entsteht nicht einfach so. Meist entwickelt er sich über viele Jahre und wird durch Erfahrungen geprägt, die unser Bild von uns selbst beeinflussen.


Nahaufnahme eines gemütlichen Beratungsraums mit Stühlen und einem kleinen Tisch
Verstehen ist der erste Schritt, diesen Glaubenssatz zu verändern.

Was bedeutet Selbstwert überhaupt?


Die Begriffe Selbstwert, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein werden häufig miteinander verwechselt. Obwohl sie eng zusammenhängen, beschreiben sie unterschiedliche Bereiche.

Selbstwert beantwortet die Frage:

„Bin ich als Mensch wertvoll – unabhängig davon, was ich leiste oder was andere über mich denken?“

Selbstvertrauen beschreibt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

„Ich traue mir diese Aufgabe zu.“

Selbstbewusstsein bedeutet, sich seiner selbst bewusst zu sein, die eigenen Gedanken, Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen.

Ein Mensch kann beispielsweise beruflich sehr selbstbewusst auftreten und seinen Fähigkeiten vertrauen. Gleichzeitig kann er tief im Inneren davon überzeugt sein, nicht gut genug zu sein. Genau deshalb lohnt es sich, den Selbstwert genauer zu betrachten.


Wie entsteht ein geringer Selbstwert?


Niemand kommt mit dem Gefühl auf die Welt, nicht gut genug zu sein.

Unser Selbstwert entwickelt sich im Laufe unseres Lebens, besonders in der Kindheit. In dieser Zeit lernen wir, wie wir gesehen werden, wie mit Fehlern umgegangen wird und ob unsere Gefühle und Bedürfnisse Raum bekommen.

Vielleicht hast du erlebt, dass Lob vor allem dann kam, wenn du etwas geleistet hast.

Vielleicht wurdest du häufig kritisiert oder mit anderen verglichen.

Vielleicht hast du früh gelernt, es allen recht machen zu müssen, um Konflikte zu vermeiden.

Oder du hast Erfahrungen gemacht, in denen du Ablehnung, Verletzungen oder Enttäuschungen erlebt hast.

Aus solchen Erlebnissen können unbewusst Überzeugungen entstehen wie:

  • Ich bin nicht gut genug.

  • Ich muss perfekt sein.

  • Ich darf keine Fehler machen.

  • Ich bin nur wertvoll, wenn andere mich mögen.

  • Ich muss funktionieren.


Diese Gedanken sind meist nicht bewusst gewählt. Sie entstehen als Schutzstrategie und begleiten viele Menschen bis ins Erwachsenenalter.

Wichtig ist jedoch: Nur weil sich etwas wahr anfühlt, muss es nicht wahr sein.


Verstehen ist der Beginn von Veränderung


Diese Gedanken und Überzeugungen entstehen meist nicht bewusst. Oft sind sie das Ergebnis von Erfahrungen, die uns geholfen haben, mit bestimmten Situationen umzugehen. Sie waren einmal eine Form von Schutz, auch wenn sie uns heute möglicherweise im Weg stehen.

Die gute Nachricht ist: Unser Selbstwert ist nicht unveränderlich.

Was über viele Jahre entstanden ist, kann sich auch wieder entwickeln.

Nicht von heute auf morgen und nicht durch positives Denken allein.

Sondern indem wir beginnen, unsere eigenen Muster zu verstehen und ihnen mit mehr Mitgefühl zu begegnen.

Vielleicht hast du lange geglaubt, dass du dich verändern musst, um endlich gut genug zu sein.

Vielleicht geht es aber gar nicht darum, ein anderer Mensch zu werden.

Vielleicht geht es vielmehr darum, wieder Zugang zu dem Wert zu finden, der die ganze Zeit in dir vorhanden war, auch wenn du ihn im Laufe deines Lebens aus den Augen verloren hast.

Jeder Schritt, in dem du dich selbst ein Stück besser verstehst, kann gleichzeitig ein Schritt hin zu einem gesünderen Selbstwert sein.

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